Dort wo der Pfeffer wächst

Nach einer kurzen Nacht sind wir am Montag um 3:30 Uhr aufgestanden, um an die Grenze nach Sixaola zu fahren. Es war extrem heiß und tropisch als wir dort angekommen sind. Der Grenzübergang besteht aus einer Brücke, die über den Grenzfluss führt. Die Ausreise auf der costa-ricanischen Seite war kein Problem, dafür die Einreise nach Panama um so mehr. Da wir kein Heimreiseticket vorweisen konnten, wollten die Beamten uns nicht einreisen lassen. Auch mit Bernardos Hilfe und der Lüge, dass er uns in einigen Wochen wieder persönlich abholen würde, hatten wir keine Chance. Das Ende vom Lied war, dass wir im Internetshop ein gefälschtes Heimflugticket ausgedruckt haben, mit dem wir nun einreisen durften. Zwischenzeitlich hatten wir schon Angst, dass wir gar nicht mehr einreisen dürfen und dass wir an der Grenze übernachten müssen. Nach mühsamen 4 Stunden war es dann aber geschafft und wir werden uns aber früher oder später sowieso mal um ein Ticket kümmern müssen… Mit dem Taxi für 10 Dollar ging es dann weiter zur Finca „Paradise found“ zu Johanna.

Abschied von Bernardo an der Grenze.

Abschied von Bernardo an der Grenze.

Der Grenzübergang ist eine marode Brücke.

Der Grenzübergang ist eine marode Brücke.

Auf dem Weg zur Finca mit dem Boot.

Auf dem Weg zur Finca mit dem Boot.

Seit 2007 lebt Johanna nun auf der Insel Cristobal im Archipel Bocas del Torro im Norden Panamas. Hier ist es so traumhaft und paradiesisch schön, dass es schon fast unwirklich erscheint. Man kann die Insel nur mit einem Boot vom etwa 30 Minuten entfernten Almirante erreichen. Es gibt keine Autos oder andere lärmende Verkehrsmittel.

Johanna versucht hier so gut es geht autonom zu leben. Strom wird durch die Sonne gewonnen und das Regenwasser wird zum duschen und waschen aufgefangen. Mit viel Arbeit, Schweiß und der Hilfe von vielen Freiwilligen wurde ein wunderschönes Wohnhaus aus Holz errichtet. Das Grundstück umfasst ca. 50 ha wobei etwa 1/3 davon bewirtschaftet werden.

Auf dem angeblich unfruchtbaren Land, wurden Kanäle gegraben um den Sumpf zu entwässern, nun wachsen hier neben Bananen, Kokospalmen, Anannasstauden viele andere Nutz- und Zierpflanzen. Zum Beispiel: Kakao, Ingwer, Mango, Avocado, Pfeffer, Dasching, Katuk, Zitronen, Limetten, Cashewnüsse, Wasserapfel, Brotfrucht, Bohnen, diverse Kräuter und Heilpflanzen… Johanna kultiviert alles was sie in die Finger bekommt. Sie hat auch klassische Hochbeete mit Paprika, Mais, Kürbis uvm. Auf Hügelbeeten wachsen Melonen, Spinat, Papaya, Gurken.

Auch Fleisch und Eier kommen von den eigenen Tieren. Auf der Finca leben 4 Pferde, 12 Schafe, eine Ziege, 30 Hühner, 8 Katzen, ein Schwein und ein Hund. Leider gibt es derzeit keine Milch, da es zur Zeit keinen Bock für die Ziege gibt.

Isabel und Rosalie...

Isabel und Rosalie…

Im Moment sind außer uns zwei weitere Helfer hier. Isabel aus Tübingen und Sebastian aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Der Tag beginnt um 7.00 Uhr mit Kaffee und leckerem selbst gebackenem Brot, welches gerne mit Schokoaufstrich aus eigener Produktion gegessen wird! Nach gemütlichem Beisammensein und „Wachwerden“ wird Vormittags bis etwa 12:00 Uhr gearbeitet. Der große Hunger wird mit kreativem Mittagessen gestillt, gefolgt von einer kleinen Pause. Die Kräfte werden danach noch ein Mal gesammelt und der Arbeitstag endet dann gegen 16.00 oder 17.00 Uhr.

Der Ausblick von der Terasse auf die Bucht und das Meer.

Der Ausblick von der Terasse auf die Bucht und das Meer.

Jedem Arbeitstag ist eine bestimmte Aufgabe gewidmet. Dienstags beispielsweise werden die Bananenpflanzen gepflegt. Das bedeutet Unkraut unter den Pflanzen entfernen, alte Blätter abschneiden und reife Bananen ernten. Eine Schwierigkeit hierbei sind Ameisen. Fast zwischen allen Bananenwurzeln und -stämmen bilden die Ameisen Nester, beim Entfernen des Unkraut beißen sie dann in die Hände. Das Entfernen des Unkrauts ist aber wichtig, da die Bananen ansonsten mit ihren Seitenwurzel in den umliegenden Mulch und das Unkraut wachsen, anstatt in die haltgebende Erde. Im ungünstigsten Falle, stürzen die Stauden leider um. Mittwochs ist eine fixe Aufgabe Weide putzen, d.h. Mist von den Weiden sammeln, Stöcke und Holz entfernen und Unkraut ausreißen. Natürlich gibt es auch Aufgaben, die nicht regelmäßig gemacht werden. Wir haben zum Beispiel Bananensetzlinge gepflanzt, Rosalie – dem Schwein – ein neues Geschirr gebastelt, ein Hochbeet gebaut, Marmelade gekocht und Fleisch geräuchert.

Jeden Abend vor dem Abendessen gehen wir schwimmen, das Wasser ist herrlich warm und nicht weit vom Steg entfaltet sich auf dem Meeresboden ein entzückendes Korallenriff. Hier können wir uns auch kurz von den Stichen der „Chitras“ erholen. Das sind Mücken, die kleiner als Fruchtfliegen sind und hauptsächlich morgens und abends fast den ganzen Körper mit kleinen, juckenden Stichen übersäen. Einer der wenigen Nachteile hier, die einem ab und an die Stimmung trüben.

Gestern sind wir mit dem Boot nach Almirante einkaufen gefahren. Dinge wie einen neuen Hammer, Medizin aber auch Lebensmittel.

Das Boot mit Bananen beladen im Hafen von Almirante.

Das Boot mit Bananen beladen im Hafen von Almirante.

Sebastian und Johanna auf dem Heimweg vom Einkaufen.

Sebastian und Johanna auf dem Heimweg vom Einkaufen.

Morgen ist Sonntag und wir machen uns einen schönen Tag. Harry und ich wollen mit dem kleinen Holzboot ein bissen die Mangroven erkunden.

Das Leben hier ist einfach, anstrengend aber wunderbar!

Gestern Abend ist der Computer wieder nicht hochgefahren und wir dachten schon, dass er wieder kaputt ist. Heute Morgen hat er dann aber doch funktioniert. Toi toi toi!

Das Internet hier wird über ein Handy empfangen und deshalb sehr langsam. Es gibt keine Flatrate, daher werden wir heute nicht viele Bilder hochladen. Nächstes Wochenende fahren wir mit dem Boot nach Bocas, dort wird es dann auch ein Internet Café geben und mehr Bilder für euch! Also bis dann.

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8 Gedanken zu „Dort wo der Pfeffer wächst

  1. Hallo Ihr Beiden!
    Ich lese hier bereits seit den ersten Einträgen mit und bin immer wieder begeistert, was Ihr so erlebt. Auch die Bilder sind sehr schön und lassen den Leser mit dabei sein. Besonders interessant finde ich die Berichte über die Lebensmittelherstellung. Ich bin selbst gerade beim Wursten, Schinken pökeln und räuchern. Es ist einfach schön, wenn man weiss, was da in der Wurst ist.

    Dass Euer Laptop manchmal Probleme bereitet könnte evtl. an dem Schalter vom Deckel liegen. Mein Laptop hat das auch öfter, dass der Schalter beim Öffnen nicht aufgeht und das Ding nicht startet. Zum Glück ist der Mechanismus an meinem Laptop offen und ich kann nachhelfen. Schein Schmutz ´drin zu sein.

    Ich wünsche Euch weiterhin eine schöne Zeit und bin auf weitere Berichte und Bilder gespannt.

    Gruß
    Thomas

  2. „Finca “Paradise found” zu Johanna.“
    Wie kommt man zu so einer Adresse? Ist Eure Weltreise schon fix und fertig geplant und festgeschrieben? Ich kriege mein Mund nicht zu! Voller erstaunen! Wieder sehr interessant!
    Liebe Grüße von Oma Inge und Opa Philipp.

  3. Ja, eure Berichte sind bezaubernd. Sie hören sich an wie aus dem Fernsehen :-)) Erstaunlich wie man zu solchen Orten kommt, an denen ihr verweilt. Weiter so und eine schöne Zeit.

    Ganz liebe Grüße

  4. Wow was ein Ausblick ich bin begeistert da wäre ich jetzt auch gerne.
    Ich wünsche Euch noch eine wunderschöne Zeit.
    Liebe Grüße
    Sabine und Frank

  5. Liebes Meikerl! Jenni hat den link weitergeleitet – schön zu sehen wo du dich so rumtreibst! Super Blog! Genieß es, ich werd sicher immer mal reinschauen! Alles Liebe, Sabine

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