Und täglich grüßt das Murmeltier

Diesen Beitrag haben wir aus zwei Gründen nach dem gleichnamigen Film benannt. Zum Einen, da uns täglich ein Murmeltier an der gleichen Stelle grüßt, zum Anderen, weil auch bei uns jeder Tag ziemlich gleich abläuft. Daher wollen wir euch mit vielen Bildern unseren Alltag auf der Alp im Wärgistal bei Grindelwald schildern. Zu Beginn der Saison hatten wir stolze 55 Kühe zu melken, mittlerweile sind 10 Stück trocken; das heißt sie sind in „Schwangerschaftsurlaub“ und müssen nicht mehr gemolken werden. Auch die Milchmenge die wir zu „Berner Oberländer Alpkäse“ verarbeiten hat sich in den letzten Wochen rapide von 950 L auf etwa 400 L eingependelt. Es gibt aber immernoch genug zu tun!

Der Wecker klingelt jetzt erst um 4:15 Uhr! Juhu! Im Juni und Juli sind wir schon um 3:45 Uhr aufgestanden. Nach dem Zusammenbauen der Melkeimer und ein paar Vorbereitungsarbeiten gehen wir im Dunkeln mit Stirnlampe die Kühe hohlen, oder besser suchen. 🙂

DSC_9451Noch eine kurze Pause – dann dürfen die Kühe nach dem Melken wieder raus. Sie sollen viel fressen, damit am Abend die Euter wieder prall gefüllt sind! Wir müssen das Melkgeschirr waschen, während dessen fängt Tom, unsere Hilfe aus Japan, schon mit dem Misten an.

DSC_9474DSC_9240DSC_9473

DSC_9920DSC_9577DSC_9245

Nach einem kurzen Frühstück, geht es dann beim Käsen richtig rund. Kultur messen, Einlaben, Bruch schneiden, Käse aus dem Kessi hohlen, Kessi putzen, Käse pressen, und und und …
Gegen 11:00 Uhr sind wir dann mit dem Käsen und im Stall fertig.

DSC_9521

Die stärke der Kultur beeinflusst den ganzen Vorgang beim Käsen.

DSC_9612

Das Schneiden des Bruchs benötigt viel Konzentration und Genauigkeit! Die Größe des Bruchkorns ist sehr wichtig für die spätere Entwicklung des Käse.

DSC_9525

Und wenns mal wieder klemmt…

 

DSC_9532

… dann muss Tom helfen das Kessi vom Feuer zu schwenken.

Bei 52°C holt Harry den Burch aus der Molke.

Bei 52°C nimmt Harry mit einem Tuch den Bruch aus der Molke.

DSC_0058

Dann noch abtropfen lassen…

DSC_0031

… und nun wird der Käse schnell in die Formen gepresst.

DSC_0089

Die ganze überschüssige Molke muss aus dem Kessi geschöpft werden, damit es ordentlich geputzt werden kann. Ganz links im Bild sind die 4 Käse auf der Presse zu sehen.

Als nächstes geht es mit unserem roten Alpenexpress in den „Spicher“, so nennen die Schweizer das Käselager. Hier werden die frischen Laibe 24 Stunden im Salzwasser gelagert, dann kommen Sie ins Regal und wollen alle 2 Tage gedreht und gepflegt werden. Das heißt, jeder der bis zu 24 Kilo schweren Käse wird aus dem Regal genommen, umgedreht, mit Salzwasser gerieben und wieder ins Regal gelegt. Das dauert bei mittlerweile über 300 Käsen fast 2 Stunden.

DSC_1169DSC_0109 DSC_0114DSC_0133-2 DSC_0153IMG_0147

Zurück in der Hütte wird gekocht und Mittag gegessen. Und wenn die Zeit es erlaubt, gibt es noch eine kleine Pause. Zwischen 14:15 Uhr und 15:15 Uhr machen wir uns dann wieder auf den Weg die Kühe zu suchen, je nach dem wo die Kühe am Morgen hin getrieben wurden. Wenn alles gut klappt sind die Kühe bis halb 5 im Stall und wir können um 17:00 Uhr mit dem Melken beginnen. Wenns nicht gut klappt, fehlen wie gestern 12 Kühe, die erst 2 Stunden verspätet ankommen. 🙂

DSC_1167DSC_1376

DSC_9493DSC_9409 DSC_1095

Leider sieht es hier oben aber zu 90% so aus. Nebel, Regen oder Schnee! Wir haben echt Pech mit dem Wetter!

Leider sieht es hier in den Bergen aber zu 90% so aus. Nebel, Regen oder Schnee! Wir haben echt Pech mit dem Wetter!

Nach dem Melken wieder Kühe raus treiben, Waschen, Misten und dann gibt es meistens gegen 20.00 Uhr Abendessen. Oft schaffen wir es so gegen 21:00 Uhr ins Bett zu kommen. Es ist doch einfach herrlich, wenn man müde ins Bett fällt und sofort einschlafen kann; und wenn man isst weil man Hunger hat und nicht weil halt Zeit zum Essen ist!

DSC_1353

DSC_9825

Beim Abendessen mit Besuch aus Wien und Japan. 🙂

DSC_9320

Sogar Sushi hatten wir schon 3 Mal! Einfach lecker…

DSC_9816

Einer unserer kleinen Käse, ein „Mutschli“. Er kann schon nach 4 Wochen gegessen werden.

IMG_0148Ach Ja, auch die drei Schweine wollen morgens und abends gefüttert werden!

DSC_1226 DSCN0363So, dass war jetzt mit vielen Bildern und weniger vielen Worten ein kleiner Eindruck von unserem Leben auf der Alp. Arbeiten, wo Andere Urlaub machen! Hart, aber schön! Jetzt reichst mit blöden Sprüchen. Wir melden uns wieder, wenn wir besseres Internet haben und die Tickets für den nächsten Flug nach Asien gebucht sind. Bevor es dann im Oktober weiter geht mit dem Teil 2 unserer „großen Reise“, werden wir einige von euch sicher noch an der Einhäuser Kerwe oder in Wien sehen. Dann stehen wir für Details und Fragen zur Verfügung. Bis dahin! Mit ganz lieben Grüßen von der Alp

Harry, Meike, Tom und Daila

DSC_0198

 

 

 

 

 

DSCN0420

Nanu! Was macht denn die Irene da?

Advertisements

5 Gedanken zu „Und täglich grüßt das Murmeltier

  1. Sehr schöner Bericht. Meike: „Ist der Hund Deine Deila aus Einhausen?“.
    Wenn Ihr in Einhausen seid, da gibt es ja viel zu erklären!

    Liebe Grüße von Opa Philipp!

  2. Hallo Harry,
    super zum Ansehen und Lesen – möchte aber nicht mit euch tauschen.
    Nimm ein ordentliches Stück von eurem selbstgemachten Käse mit nach Wien 🙂
    Hoffe du hast kurz Zeit.
    LG Karl

  3. Hallo ihr Beide,
    echt super Einblicke in das Leben und Arbeiten auf der Alp habt ihr durch Euren Blog gegeben – Danke! Ich hoffe du/ihr schaut mal vorbei wenn ihr in Wien seid.
    Liebe Grüße
    Gabi

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s