Im Land des Muezzin

Die Mode in den Geschäften ist leider nicht so mein Geschmack.

Die Mode in den Geschäften ist hier etwas anders.

Ca. 65% der Bevölkerung in Malaysien gehören dem Islam an. Damit sind die Muslime heute die am stärksten vertretene Glaubensgemeinschaft im Land. Das bekommt man bereits am Morgen zu spüren, wenn der Muezzin zum Gebet ruft. Der erste Aufruf erfolgt zum Sonnenaufgang gegen ca. 5:45 Uhr. Insgesamt ruft der Muezzin 5 Mal am Tag. Die Uhrzeit richtet sich nach dem Stand der Sonne und ändert sich daher täglich um ein paar Minuten.

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Auch wir wurden jeden Morgen auf der Farm durch den Ruf zum Gebet geweckt, denn gleich nebenan ist eine Moschee. Zu Beginn hat uns die Yoga-Farm nicht so gut gefallen. Didi, die Besitzerin, war nicht besonders sympathisch oder liebenswürdig. Der landwirtschaftliche Teil des Projekts ist noch nicht sehr weit entwickelt. Auch die Idee einer Permakultur-Farm steckt noch in den Kinderschuhen. Der Garten war sehr verwildert und nicht besonders gut organisiert. Didis Ziel ist es jedoch eine Selbstversorgung mit Lebensmitteln und allem was man so bracht zu erreichen. Bis dahin ist es aber noch ein sehr langer Weg.
Eigentlich wollten wir mehr über Permakultur lernen, am Ende haben wir aber den Bau eines Hügelbeet angeregt, einen Gemüsegarten angelegt, eine Samenaufzucht gebaut und Kürbis ausgepflanzt. Wir haben insgesamt 2 Wochen auf der Farm gearbeitet. Die tägliche Arbeitszeit von 5 Stunden ging schnell vorbei, der Rest war Freizeit. 2 Tage die Woche hatten wir frei. Hoffentlich konnten wir auf längere Sicht helfen dem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Gruppenfoto beim Bau des Hügelbeets.

Gruppenfoto beim Bau des Hügelbeets.

Ob diese Schlage giftig ist? Sie hat uns aber ein bisschen erschreckt.

Ob diese Schlage giftig ist? Sie hat uns ein bisschen erschreckt.

Bei unserer Anreise waren bereits 19 andere freiwillige Helfer auf der Farm (aus Italien, Frankreich, Ungarn, Russland, Canada, Australien, England und Deutschland). Die Truppe war super. Schnell haben wir uns wie in einer großen Familie gefühlt. Das war dann auch der Grund warum wir letzten Endes doch 2 Wochen geblieben sind.

Gemütliches Beisammensein am Abend.

Gemütliches Beisammensein am Abend.

P1150524Zusammen haben wir die Umgebung erkundet. In der Nähe der Farm gibt es einen Nationalpark, dort kann man im Fluss über die Steine rutschen. Später wussten wir dann auch, dass es hier viele Blutekel gibt. Marc, einer der Volunteers hat mit 21 Blutegel am Körper den Tagesrekord gebrochen. Wir, mit insgesamt 5 Stück, wurden gewissermaßen verschont.

Erfrischung beim Rutschen und Baden.

Erfrischung beim Rutschen und Baden.

Am Abend sind wir alle zusammen manchmal ins Restaurant gegenüber gegangen. Beim Karten Spielen wurden so einige Reiseerfahrungen austauscht. Außerdem gab es im Restaurant Gerichte mit Fleisch, Zwiebeln, Knoblauch und andere Zutaten, die im Yoga-Zentrum nicht erlaubt sind. Auf der Farm wird nämlich Vegan gegessen.

Eines von vielen typischen Restaurants am Straßenrand.

Eines von vielen typischen Restaurants am Straßenrand.

Auf der Suche nach Schokolade und anderen ungesunden Leckereien.

Auf der Suche nach Schokolade und anderen ungesunden Leckereien.

Voller Vorfreude haben wir ein Ausflug ins Dorf „Semeling“ unternommen. Am späten Abend sollten hunderte Trommler für Stimmung sorgen. Um 21:00 Uhr hat es aber so stark zu Regnen begonnen, dass die Aufführung ins Wasser gefallen ist. Nachdem wir ca. 2 Stunden mit anderen Besuchern Unterschlupf unter einem Vordach gesucht hatten, beschlossen wir dann noch im strömenden Regen nach Hause zu laufen.

Nach zwei Wochen fiel uns der Abschied dann doch ein bisschen schwer, aber es war auch schön wieder weiter zu kommen.

Hunderte Trommeln - noch ist es trocken!

Hunderte Trommeln – noch ist es trocken!

Der Dauerregen hat alles vermasselt.

Der Dauerregen hat alles vermasselt.

Auf der Weiterreise haben wir einen Zwischenstopp in Ipoh eingelegt. 2 Nächte konnten wir bei einem Couchsurfer schlafen. „Suhaimi“ hat uns zu einer traditionellen muslimischen Hochzeit eingeladen. Das war ein super Erlebnis! Alle Frauen im Raum trugen Kopftuch und auch die Männer waren im traditionellen Gewand gekleidet. Das Essen war natürlich einfach köstlich.

Das Brautpaar wird 1000-fach fotografiert.

Das Brautpaar wird 1000-fach fotografiert.

Hier die ganze Familie.

Ein buntes Bild mit der ganzen Familie.

Harry hat sich drei Mal am Buffet bedient.

Harry hat sich drei Mal am Buffet bedient.

Suhaimi kauft Frittiertes für uns.

Suhaimi kauft für uns Frittiertes am Straßenrand.    hm… lecker!

Den letzten Stopp in Malaysien legten wir in den Cameron Highlands ein. Das ist eine Ausflugsregion in über 1500m Höhe, bekannt für den Tee- und Gemüseanbau. Das Klima ist hier sehr angenehmen, einmal nicht heiß und zum Glück mal keinen Sonnenbrand. 🙂
Gestern haben wir eine Trekkingtour durch den Dschungel unternommen, der uns stark an die Nebelwälder in Costa Rica erinnert hat. Man merkt, dass wir wieder ungefähr auf demselben Breitengrad sind. Die Wanderung führte uns auch durch die Teeplantagen, die uns durch das saftige Grün tief beeindruckt haben. Obwohl hier nur selten die Sonne scheint, leuchtete alles in verschiedenen Grüntönen – einfach traumhaft.
Leider gibt es auch weniger schöne Anblicke. Große Teile des Regenwaldes werden für den Gemüse- und Erdbeeranbau abgeholzt. Überall sieht man Gewächshäuser, Plastik und Müll.

Zum Teil mussten wir richtig klettern.

Zum Teil mussten wir richtig klettern.

Die Folientunnel für den Gemüseanbau sind kein schöner Anblick.

Die Folientunnel für den Gemüseanbau sind kein schöner Anblick.

Heute haben wir eine der „BOH-Tea“-Plantagen besichtigt. Eine kleine Führung durch die Fabrik erklärt den Verarbeitungsprozess von der Pflanze bis zum Beutel. Anschließend kann man bei einer Tasse Tee und Kuchen den Ausblick über die Plantage genießen…

Das Café mit Panorama-Terasse.

Das Café mit Panorama-Terrasse.

BOH ist der bekannteste Tee Produzent im Land und die Plantage ein beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen.

BOH ist DER Tee Produzent im Land und ein beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen.

Teebüsche so weit das Auge reicht.

Teebüsche so weit das Auge reicht.

Heute Abend fahren wir zurück nach Kuala Lumpur, da wir morgen von dort nach Kambodscha fliegen werden. Wir sind schon gespannt wie und ob sich das Land von Malaysien unterscheiden wird. Wir wünschen euch eine besinnliche Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Plätzchen essen…

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Ein Gedanke zu „Im Land des Muezzin

  1. Danke für den schönen und wieder interessanten Bericht! Ich hatte schon eine Entzugserscheinung, weil so lange nichts gekommen ist. Aber nach dem Bericht war mir das Klar! Ich lese eben das Buch von der Friedensnobelpreisträgerin „Malala Yousafzai“ Da wird das Leben der Frauen im Islam gut beschrieben. Liebe Grüße von Oma Inge und Opa Philipp!

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