Durch den City-Dschungel im Land der Tigerente

Letzten Freitag sollte Marcelino die 10 ältesten Hühner zum schlachten raussuchen. Beim Ausnehmen mussten wir aber sehen, dass die Hühner noch viele Eier in sich trugen. Da es die Tage nach dem Schlachten nun nur noch wenige Eier der übrigen Hühner gab, sind wohl viele Falsche geschlachtet worden. 🙂
Über der neuen Feuerstelle wurde am Abend dann gleich ein Grillhähnchen gebraten. Hm… Lecker!

Die unentwickelten Eier im Huhn.

Die unentwickelten Eier im Huhn.

P1060143Auch die Arbeiten am Solartrockner haben wir gut beendet. Hier werden vorallem Kaffee und Samen getrocknet, aber auch Obst wäre möglich.

Marcelino hat uns gezeigt wie man einen „Strohhut“ selber macht, denn das hat hier in Panama große Tradition. Wir haben die jungen Triebe der „Carludovica“-Plame im Wald geschnitten, aufgespalten, dann gekocht und zum trocknen in die Sonne aufgehängt. Anschließend wurden wir in die Kunst des Hutflechtens eingeweiht.

Marcelino erklaert wie die Plamblaetter bearbeitet werden muessen.

Marcelino erklärt wie die Plamblätter bearbeitet werden müssen…

... das Flechten ist anstrengede Arbeit.

… das Flechten ist anstrengede Arbeit.

Zwei neue Tierarten die wir hier auf der Finca zu sehen bekommen haben sind der grüne Leguan und ein tödlich giftiger Skorpion. Die Skorpione verstecken sich auch gerne in Handtüchern oder Gummistiefeln.

Der Skorpion ist ca 15 cm lang.

Der Skorpion ist ca 10 cm lang.

Der leuchtend gruene Leguan...

Der Leguan leuchtet Neongrün.

Am Dienstag haben wir dann die Farm verlassen und uns mit einen Bus auf den Weg nach Panama City zum 3 tägigen Sightseeing gemacht. Bei der Anreise waren wir vorallem von der Skyline überrascht. Die Hochhäuser erinnern an New York oder andere Großstädte. Es gibt auch eine Altstadt, die jedoch nicht zu ansprechend ist. Ein paar überteuerte Touristenfallen und wenige Hotels. Für Panama City haben wir unseren ersten Gastgerber über Couchsurfing gefunden. Daher konnten wir umsonst in einer etwas außerhalb gelegenen, gemütlichen Wohngegend schlafen. Auf der täglichen Heimfahrt mit dem Bus lernten wir so Land und Leute besser kennen.
Im Vergleich zu Wien, sind die Busfahrer hier extrem freundlich und alle Meschen im Bus helfen gerne mit die richtigen Stationen zu finden.

Jeden Tag entstehen neue Hochhaeuser.

Jeden Tag entstehen neue Hochhäuser.

Ein Muss bei jedem Besuch in Panama ist klarerweise der Panama-Kanal. Am „Miraflores-Locks“ gab es einen tollen Ausblick auf die Schleusen. Ein 3D Kino erzählt die Geschichte und Hintergrundinfos. Auch der Fischmarkt war einen Besuch wert, hier essen Einheimische genauso wie Touristen.

Die Schiffe zahlen mehrere 100.000 Tausend Dollar um den Kanal passieren zu koennen!

Die Schiffe zahlen mehrere 100.000 Tausend Dollar, um den Kanal passieren zu können!

Buntes Treiben am Fischmarkt. Der Geruch ist in der Hitze extrem.

Buntes Treiben am Fischmarkt. Der Geruch ist in der Hitze extrem.

Von Panama nach Kolumbien gibt es keine richtige Straße, nur eine kleine sehr gefährliche Route, die von der Guirillia und Drogenkartellen kontrolliert wird. Selbst Einheimische benutzen diese Route nicht und raten einem als Ausländer stark davon ab. Eine andere sehr schöne Möglichkeit wäre die Überfahrt mit einem Segelboot. Das ist aber SEHR teuer und würde viel Zeit kosten. Somit haben wir uns für einen Flug entschieden…

Nach einigen Eskapaden am Flughafen und 3 Stunden Verspätung, haben wir unseren Anschlussflug verpasst. Dafür haben wir von der Airline eine Übernachtung, Adendessen und Frühstück hier im tollen Hotel bezahlt bekommen. Morgen früh werden wir dann nach Cartagena weiterreisen. Dort werden wir einen kleinen 10-tägigen Zwischenstopp einlegen, bevor wir dann am 25. zur nächsten Farm nach Ecuador aufbrechen. Grund für den Zwischenstop ist die Tatsache, dass der Flug über Kolumbien günstiger ist, als ein Direktflug nach Ecuador – und ein bisschen Strabdurlaub schadet ja nie.

Wir sind keine armen Kirschenmäuse und haben ja auch eigentlich genug gespart. Aber da bald Weihnachten ist und Familie und Freunde nun mehrfach den Wunsch geäußert haben zu spenden, möchten wir euch das natürlich nicht verwehren. Ob wir das Geld dann für einen Laptop ausgeben, wissen wir noch nicht. Hier also das Spendenkonto: 🙂

Meike Federmann und Harry Samstag
BIC: GIBAATWWXXX
IBAN: AT332011129442857904
Bank: Erste Bank Wien
Stichwort: tiger und bear auf reisen

Solange es irgendwie anders geht, wollen wir hier eigentlich nichts kaufen. Das Angebot ist einfach zu schlecht. Lieber würden wir unseren Computer zuhause repearieren lassen.

…Vielen Dank aber schon im Vorraus für eure tolle Unterstützung! Wir freuen uns immer wieder zu sehen, wie viele Leute unseren Blog verfolgen.
Bis zum nächsten Eintrag. Es wird sicher wieder viel passieren…

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Mit Pauken und Trompeten…

Da unser Computer mal wieder nicht funktioniert, wird das nur ein kurzer Eintrag. Wir haben es täglich versucht, aber er ist seit dem letzten Eintrag nicht mehr hochgefahren! Wir waren heute in 2 Geschäften und mussten feststellen, dass das Preis-Leistungsverhältnis betreffend Elektronik hier sehr schlecht ist. Ein komischer, alter Laptop kostet ca. 500 Euro. Daher werden wir uns erstmal nichts Neues leisten.

Harry lernt das Schweißen.

Harry lernt das Schweißen.

Die letzten Tage auf der Farm waren spannend und abwechslungsreich. Wir haben wieder viel Neues gelernt.

Marcelino ist das Herz und Hirn dieser Farm. Er lebt mit seiner Frau und den 3 Kindern direkt neben Johns Haus.
Mit Marcelino haben wir eine alte Mühle, welche zum Pressen von Zuckerrohr verwendet wird, wieder aufgebaut. Dabei haben wir unter anderem gelernt wie man ein Dach aus Palmenblättern baut, wie die einzelnen Teile der Mühle heißen und wie diese angeordnet werden.

 

Die Jungs beim Montieren  der "Mujer".

Die Jungs beim Montieren der „Mujer“.

Alle Holzteile wurden per Hand mit der Machete angefertigt.

Alle Holzteile wurden per Hand mit der Machete angefertigt.

Meike beim Dachdecken...

Dachdecken einmal anders.

Außerdem haben wir Kürbissamen ausgesät. 4 Tage später waren wir über die Größe der Sprösslinge erstaunt. Gegen Unkraut verteilten wir Pappkarton um die Pflanzen, zur Stärkung wurde ein bisschen Pferdemist aufgetragen.

Die Kürbis Sprösslinge nur 4 Tage alt!

Die Kürbissprösslinge nur 4 Tage alt!

Sonntags sind wir diesmal nicht ans Meer gefahren, da wir auf Johns Grundstück einen idyllischen Sandstrand am Flussufer entdeckt haben. Hier haben wir uns einen kleinen Sonnenunterstand gebaut und den Tag verbracht. Bei einem kleinen Spaziergang am Abend haben wir die Gegend erkundet.

Schwimmen im kühlen Fluss.

Schwimmen im kühlen Fluss…

Die Friedhöfe sind hier ganz bunt.

Die Friedhöfe sind hier ganz bunt.

Am Mittwoch gab es in Penonome zum Anlass des 100. Geburtstag der Stadt ein großes Straßenfest mit 12-stündiger Parade. Aus dem ganzen Land sind Musikgruppen mit Trommeln und Trompeten angereist, es war eine einzige Menschenmasse. Wir haben beim Auf- und Abbau von Johns Stand vor der Universität geholfen. Hier hat er eine Wasserpumpe und eine Reisstampfer ausgestellt. Außerdem gab es eine Demonstration mit verschiedenen Pflanzen, um die Wirkung von Kompost vorzuführen.

John erklärt den Besuchern die Wirkung des Kompost.

John erklärt den Besuchern die Wirkung des Kompost.

Marcelino demonstriert den Reisstampfer.

Marcelino demonstriert den Reisstampfer.

Klein und Groß bei der Parade...

Klein und Groß bei der Parade…

Die Menschenmasse trotzt dem Regen.

Die Menschenmasse trotzt dem nachmittäglichem Regen.

Wer übt hier mit wem das Lesen?

Wer übt hier mit wem das Lesen?

Morgen werden wir ein paar Hühner schlachten und am Samstag einen Solartrockner und eine Feuerstelle bauen. Es gibt also immer was zu tun!

The Lazy Man’s Farm

Die Brücke zu Johns Grundstück.

Die Brücke zu Johns Grundstück.

Sternfrüchte wachsen hier viele. Wir essen sie täglich, wie zuhause Äpfel. :-)

Sternfrüchte wachsen hier viele.  Wir essen sie täglich,                       wie zuhause Äpfel. 🙂

Nach einer 8 stündigen Busfahrt, befinden wir uns zur Zeit mal nicht am Strand. Wir sind wieder im Inland, auf Johns Finca „Los Perezosos„. Er ist 71 Jahre alt und US-amerikanischer Staatsbürger, hat sich jedoch entschieden seine Pension in Panama zu verbringen. John hat früher Schrauben verkauft, hatte jedoch keine Ahnung von der Bewirtschaftung einer Farm. Vor 6 Jahren hat er sich seine ca. 10 ha große Farm in Churuquita Grande gekauft. Das Motto auf der Finca lautet PERMAKULTUR. Auf diesem Gebiet ist er nun ein absoluter Profi geworden und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt! John ist ein Fan des weltweit bekannten, österreichischen Permakultur-Gurus Sepp Holzer. Es gibt einen Gemüsegarten, einen Sumpf und ein großes Gebiet mit Banane, Papaya, Yuka und mindestens 30 anderen Pflanzen in fröhlicher Mischkultur. Außerdem Hühner für Fleisch, Eier und den Mist. Johns Anliegen ist es sein Wissen weiterzugeben und Anderen nahe zu bringen. Daher ist er sehr aktiv im Internet, in Zeitungen, auf Messen und er gibt auch kostenlose Touren über sein Grundstück.

Der Gemüsegarten mit Tomaten, Salaten, Kräutern...

Der Gemüsegarten mit Tomaten, Salate, Kräutern…

Die ganze Farm wird unter den Gesichtspunkten der Permakultur bewirtschaftet. Einige Dinge die hier täglich umgesetzt werden:

– Das Problem ist die Lösung!
– Wie kann ich etwas nicht tun?
– Wie/Was kann ich mehrfach nutzen? „Multi-use“
– Wenn ich etwas brauche (z.B. Stickstoff), will ich verschiedene Ressourcen dafür haben!
– Design ist wichtig. Wie oft muss ich etwas besuchen? Wo sollte es darum im Garten sein.
– Go out and fuck up!
– Die Geheimnisse im Müll
– Pflanze lieber zu viel Diversität und zu viele Pflanzen!

Das Wetter hier ist wieder mal sehr tropisch. Es ist den ganzen Tag schwül und heiß und auch in der Nacht kühlt es kaum ab. Wie auch schon auf der letzten Farm, ist es hier fast unmöglich Wäsche zu trocknen. Eher hat man das Problem, dass alles zu schimmeln beginnt. Selbst unser kleiner Rucksack hat nun das Schimmeln begonnen. Aber man gewöhnt sich daran… Mit den anderen Volontieren zusammen schalfen wir in einem kleinen, seperaten Häuschen. Außer uns arbeiten zur Zeit John aus Ohio und Steve aus Alberta auf der Farm.

Unser Bett im Voluntier-Haus.

Unser Bett im Voluntier-Haus.

Wir arbeiten 6 Tage die Woche, 6 Stunden am Tag. Letzte Woche haben wir bereits so viel Neues gelernt und gemacht. Unteranderem haben wir einen „Magic-Circle“ gebaut, davon gibt es sogar ein Video auf Johns YouTube Kanal. Außerdem haben wir Bäume geschnitten, Früchte gegen Schädlinge eingepackt, Bananen gepflegt, Samen ausgepflanzt, Stecklinge geschnitten und gesteckt …

Der Magic Circle

Der magische Kreis   …Huhu…

Steve, John, John II und Harry an der Arbeit

Steve, John, John II und Harry an der Arbeit.

Gegen Insekten eingepackte Papaya und Guayabo.

Gegen Insekten eingepackte Papaya und Guayaba.

Der Guayababaum vor dem Schnitt...

Der Guayababaum vor dem Schnitt…

... und nach dem Schnitt!

… und nach dem Schnitt!

Wir arbeiten von morgens um 8 Uhr bis um 14 Uhr durch und dann haben wir den ganzen Nachmittag frei. Meistens kochen wir alle zusammen, backen oder machen andere Leckereien in der Küche. Am Abend schauen wir uns meinst interessante Filme an ( Ja, John hat sogar einen Fernseher). Am Sonntag haben wir Zwei eine Ausflug ans Meer gemacht. Diesmal ging es wieder an den Pazifik nach Santa Clara.

Bunt Eingelegtes mit grüner Papaya, Pfefferonie und Zwiebel.

Bunt Eingelegtes mit grüner Papaya, Pfefferonie und Zwiebel.

Schlafen, Schwimmen, Essen. Ein Tag am Strand.

Schlafen, Schwimmen, Essen. Ein Tag am Strand.

Der Highway No. 1 "Interamericana" im Sonnenuntergang.

Von Alaska bis Feuerland. Der Highway No. 1 „Interamericana“ bei Sonnenuntergang.

Reif für die Insel?

Badespaß am Steg...

Badespaß am Steg. Leider waren in der zweiten Woche zu viele Quallen um schwimmen zu gehen.

Nach schönen und anstrengenden zwei Wochen, haben wir die Finca „Paradise Found“ etwas früher als ursprünglich geplant verlassen. Es ist wirklich ein schöner Ort, aber zwischenmenschlich hat es nicht so gut harmoniert, als dass wir noch hätten länger bleiben wollen. Außerdem ist man immer auf andere Leute mit Boot angewiesen, um wegzukommen. Das verleiht nicht gerade ein Gefühl von Freiheit…

Das Faultier ist unbeeindruckt von dem Trubel.

Das Faultier ist unbeeindruckt von dem Trubel.

Dennoch haben wir haben viel gearbeitet und gelernt. Zum Beispiel haben wir letzte Woche eine zugewachsene Plantage auf dem Grundstück freigeschnitten, hier möchte Johanna Mais anbauen. Das Arbeiten mit der Machete kommt einem nach ein paar Tagen ganz selbstverständlich vor, sobald man aus dem Haus geht ist die Machete in der Hand. Außerdem haben wir viele Zäune repariert und verstärkt, denn die Schafe dringen immer und immer wieder in die Bananenplantage und den Gemüsegarten ein und fressen dort alles was wächst. Wir durften auch Kakao rösten und haben diesen dann nach dem Mahlen zu einer wunderbaren Kakaocreme mit Milch, Zucker, Zimt und Kardamom verarbeitet.

Harry beim arbeiten im Wald. Das Meter hohe "Unkraut" wird umgeschlagen...

Harry beim Arbeiten im Wald. Das Meter hohe „Unkraut“ wird umgeschlagen.

Der Kakao wird mehrere Tage in der Sonne getrocknet.

Der Kakao wird mehrere Tage in der Sonne getrocknet…

Über dem Feuer wird der Kakao geröstet.

… und über dem Feuer geröstet. Der Rauch brennt in den Augen.

Zusammen sind wir stark :-)

Zusammen sind wir stark 🙂

Es wir versucht so viele Speisen als möglich auf dem Feuer zu kochen. Etwa jeden dritten Tag wird Brot in einem speziellen Topf in der Glut gebacken. Außerdem habe wir über dem Feuer Sauerbraten und Dampfnudeln gemacht. Hmmm…!

Mein erstes Brot aus dem Feuertopf...

Mein erstes Brot aus dem Feuertopf…

Die Dampfnudeln sind leicht angebrannt...

… die Dampfnudeln sind leicht angebrannt.

Wir befinden uns  nun auf der Insel Bocas del Torro, übersetzt heißt das so viel wie „Münder der Stiere“… Bocas ist eigentlich eine Partyinsel, vergleichbar mit dem Ballermann auf Mallorca. Da wir uns aber in der absoluten Nebensaison befinden, zeigt sich das Dorf von seiner ruhigen und angenehmen Seite.

Von wegen krumm!

Warum ist die Banane nicht krumm?

Unser Hostel im Kolonialstil liegt genau am Meer und hat einen Super Wi-Fi Zugang, somit sitzen wir gerade auf der Terrasse mit Meerblick und schreiben diesen Eintrag. Wie versprochen habe ich auch einige Bilder dem letzten Beitrag zugefügt.

Das Wasser ist wie immer angenehm warm und die Sonne brennt vom Himmel. Nach dem kurzen zweitägigen Badeurlaub, werden wir morgen mit dem Bus zu unserem nächsten Ziel aufbrechen. Es geht wieder ins Hochland…

Jetzt aber ab an den Strand. 🙂

Sandstrand wie aus dem Katalog.

Sandstrand wie aus dem Katalog.

Dort wo der Pfeffer wächst

Nach einer kurzen Nacht sind wir am Montag um 3:30 Uhr aufgestanden, um an die Grenze nach Sixaola zu fahren. Es war extrem heiß und tropisch als wir dort angekommen sind. Der Grenzübergang besteht aus einer Brücke, die über den Grenzfluss führt. Die Ausreise auf der costa-ricanischen Seite war kein Problem, dafür die Einreise nach Panama um so mehr. Da wir kein Heimreiseticket vorweisen konnten, wollten die Beamten uns nicht einreisen lassen. Auch mit Bernardos Hilfe und der Lüge, dass er uns in einigen Wochen wieder persönlich abholen würde, hatten wir keine Chance. Das Ende vom Lied war, dass wir im Internetshop ein gefälschtes Heimflugticket ausgedruckt haben, mit dem wir nun einreisen durften. Zwischenzeitlich hatten wir schon Angst, dass wir gar nicht mehr einreisen dürfen und dass wir an der Grenze übernachten müssen. Nach mühsamen 4 Stunden war es dann aber geschafft und wir werden uns aber früher oder später sowieso mal um ein Ticket kümmern müssen… Mit dem Taxi für 10 Dollar ging es dann weiter zur Finca „Paradise found“ zu Johanna.

Abschied von Bernardo an der Grenze.

Abschied von Bernardo an der Grenze.

Der Grenzübergang ist eine marode Brücke.

Der Grenzübergang ist eine marode Brücke.

Auf dem Weg zur Finca mit dem Boot.

Auf dem Weg zur Finca mit dem Boot.

Seit 2007 lebt Johanna nun auf der Insel Cristobal im Archipel Bocas del Torro im Norden Panamas. Hier ist es so traumhaft und paradiesisch schön, dass es schon fast unwirklich erscheint. Man kann die Insel nur mit einem Boot vom etwa 30 Minuten entfernten Almirante erreichen. Es gibt keine Autos oder andere lärmende Verkehrsmittel.

Johanna versucht hier so gut es geht autonom zu leben. Strom wird durch die Sonne gewonnen und das Regenwasser wird zum duschen und waschen aufgefangen. Mit viel Arbeit, Schweiß und der Hilfe von vielen Freiwilligen wurde ein wunderschönes Wohnhaus aus Holz errichtet. Das Grundstück umfasst ca. 50 ha wobei etwa 1/3 davon bewirtschaftet werden.

Auf dem angeblich unfruchtbaren Land, wurden Kanäle gegraben um den Sumpf zu entwässern, nun wachsen hier neben Bananen, Kokospalmen, Anannasstauden viele andere Nutz- und Zierpflanzen. Zum Beispiel: Kakao, Ingwer, Mango, Avocado, Pfeffer, Dasching, Katuk, Zitronen, Limetten, Cashewnüsse, Wasserapfel, Brotfrucht, Bohnen, diverse Kräuter und Heilpflanzen… Johanna kultiviert alles was sie in die Finger bekommt. Sie hat auch klassische Hochbeete mit Paprika, Mais, Kürbis uvm. Auf Hügelbeeten wachsen Melonen, Spinat, Papaya, Gurken.

Auch Fleisch und Eier kommen von den eigenen Tieren. Auf der Finca leben 4 Pferde, 12 Schafe, eine Ziege, 30 Hühner, 8 Katzen, ein Schwein und ein Hund. Leider gibt es derzeit keine Milch, da es zur Zeit keinen Bock für die Ziege gibt.

Isabel und Rosalie...

Isabel und Rosalie…

Im Moment sind außer uns zwei weitere Helfer hier. Isabel aus Tübingen und Sebastian aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Der Tag beginnt um 7.00 Uhr mit Kaffee und leckerem selbst gebackenem Brot, welches gerne mit Schokoaufstrich aus eigener Produktion gegessen wird! Nach gemütlichem Beisammensein und „Wachwerden“ wird Vormittags bis etwa 12:00 Uhr gearbeitet. Der große Hunger wird mit kreativem Mittagessen gestillt, gefolgt von einer kleinen Pause. Die Kräfte werden danach noch ein Mal gesammelt und der Arbeitstag endet dann gegen 16.00 oder 17.00 Uhr.

Der Ausblick von der Terasse auf die Bucht und das Meer.

Der Ausblick von der Terasse auf die Bucht und das Meer.

Jedem Arbeitstag ist eine bestimmte Aufgabe gewidmet. Dienstags beispielsweise werden die Bananenpflanzen gepflegt. Das bedeutet Unkraut unter den Pflanzen entfernen, alte Blätter abschneiden und reife Bananen ernten. Eine Schwierigkeit hierbei sind Ameisen. Fast zwischen allen Bananenwurzeln und -stämmen bilden die Ameisen Nester, beim Entfernen des Unkraut beißen sie dann in die Hände. Das Entfernen des Unkrauts ist aber wichtig, da die Bananen ansonsten mit ihren Seitenwurzel in den umliegenden Mulch und das Unkraut wachsen, anstatt in die haltgebende Erde. Im ungünstigsten Falle, stürzen die Stauden leider um. Mittwochs ist eine fixe Aufgabe Weide putzen, d.h. Mist von den Weiden sammeln, Stöcke und Holz entfernen und Unkraut ausreißen. Natürlich gibt es auch Aufgaben, die nicht regelmäßig gemacht werden. Wir haben zum Beispiel Bananensetzlinge gepflanzt, Rosalie – dem Schwein – ein neues Geschirr gebastelt, ein Hochbeet gebaut, Marmelade gekocht und Fleisch geräuchert.

Jeden Abend vor dem Abendessen gehen wir schwimmen, das Wasser ist herrlich warm und nicht weit vom Steg entfaltet sich auf dem Meeresboden ein entzückendes Korallenriff. Hier können wir uns auch kurz von den Stichen der „Chitras“ erholen. Das sind Mücken, die kleiner als Fruchtfliegen sind und hauptsächlich morgens und abends fast den ganzen Körper mit kleinen, juckenden Stichen übersäen. Einer der wenigen Nachteile hier, die einem ab und an die Stimmung trüben.

Gestern sind wir mit dem Boot nach Almirante einkaufen gefahren. Dinge wie einen neuen Hammer, Medizin aber auch Lebensmittel.

Das Boot mit Bananen beladen im Hafen von Almirante.

Das Boot mit Bananen beladen im Hafen von Almirante.

Sebastian und Johanna auf dem Heimweg vom Einkaufen.

Sebastian und Johanna auf dem Heimweg vom Einkaufen.

Morgen ist Sonntag und wir machen uns einen schönen Tag. Harry und ich wollen mit dem kleinen Holzboot ein bissen die Mangroven erkunden.

Das Leben hier ist einfach, anstrengend aber wunderbar!

Gestern Abend ist der Computer wieder nicht hochgefahren und wir dachten schon, dass er wieder kaputt ist. Heute Morgen hat er dann aber doch funktioniert. Toi toi toi!

Das Internet hier wird über ein Handy empfangen und deshalb sehr langsam. Es gibt keine Flatrate, daher werden wir heute nicht viele Bilder hochladen. Nächstes Wochenende fahren wir mit dem Boot nach Bocas, dort wird es dann auch ein Internet Café geben und mehr Bilder für euch! Also bis dann.